Altersvorsorge

Altersvorsorgedepot ab 2027: Was du jetzt wissen und prüfen solltest

Ab 2027 soll das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen: mehr Kapitalmarkt, neue Förderung, erstmals auch für Selbstständige. Was mit deinem bestehenden Vertrag passiert – und für wen sich ein Wechsel überhaupt rechnet.

3 Min. Lesezeit Stand: 07.08.2026
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Abeska Jan
Geschäftsführer
Titelbild: Altersvorsorgedepot ab 2027: Was du jetzt wissen und prüfen solltest

Ab 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot starten und die Riester-Rente in ihrer bisherigen Form ablösen. Seitdem bekomme ich fast täglich dieselben drei Fragen: Was ist das Altersvorsorgedepot genau, für wen lohnt es sich – und was passiert mit dem bestehenden Riester-Vertrag?

Kurz zur Einordnung: Die Eckpunkte der Reform stehen, die Details können sich im Gesetzgebungsverfahren noch verschieben. Dieser Artikel gibt den Stand vom oben genannten Datum wieder. Handle also nicht auf Verdacht, sondern lass deinen konkreten Vertrag prüfen.

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt, das statt auf starre Beitragsgarantien auf Fonds und ETFs setzt. Der Grund: Wer garantieren muss, dass am Ende jeder eingezahlte Euro wieder da ist, muss den Großteil sicher und damit niedrig verzinst anlegen. Bei Riester blieb von der Rendite dadurch oft wenig übrig, während die Kosten weiterliefen.

Fällt die harte Garantie weg, darf ein größerer Teil in Aktien. Das erhöht die Renditechancen – und die Schwankungen. Dazu kommen zwei Punkte: Die Auszahlung im Alter soll flexibler werden als die bisherige Zwangsverrentung, und erstmals sollen auch Selbstständige direkt förderberechtigt sein.

Riester und Altersvorsorgedepot im Vergleich

 Riester (bisher)Altersvorsorgedepot (geplant)
AnlageÜberwiegend sicherheitsorientiert, wegen der GarantieFonds und ETFs, höhere Aktienquote möglich
GarantieBeitragsgarantie: mindestens die eingezahlten BeiträgeKeine starre Beitragsgarantie
RenditechanceIn der Praxis oft geringHöher – bei entsprechendem Risiko
AuszahlungWeitgehend feste VerrentungFlexiblere Entnahme geplant
SelbstständigeNur mittelbar über den EhepartnerDirekt förderberechtigt

Unterm Strich: mehr Chance, mehr Eigenverantwortung, weniger eingebaute Sicherheit. Ob das für dich ein Fortschritt ist, hängt an zwei Zahlen – wie lange du noch bis zur Rente hast und wie viel Schwankung du aushältst.

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Dein bestehender Vertrag genießt Bestandsschutz und läuft mit den bisherigen Zulagen und Konditionen unverändert weiter. Ab 2027 hast du nach heutigem Stand drei Wege:

  1. Alles so lassen. Sinnvoll bei guten Konditionen – ältere Verträge haben teils Garantiezinsen, die es heute nirgends mehr gibt.
  2. Die Förderung auf das neue System umstellen. Der Vertrag bleibt, die Förderlogik wechselt.
  3. Das angesparte Kapital in ein Altersvorsorgedepot übertragen. Die bisher erhaltene Förderung bleibt dabei erhalten.

Eine Kündigung ist fast immer die schlechteste Lösung. Wer seinen Riester-Vertrag „schädlich verwendet“, muss sämtliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen – aus dem vermeintlichen Befreiungsschlag wird schnell ein vierstelliges Minus. Beitragsfreistellung oder Übertragung sind fast immer der bessere Hebel.

Für wen kann das Altersvorsorgedepot interessant sein?

  • Wenn du noch viele Jahre bis zur Rente hast. Je länger die Laufzeit, desto eher gleichen sich Schwankungen aus.
  • Wenn du mehr Flexibilität bei der Auszahlung willst statt der starren Verrentung bei Riester.
  • Wenn du selbstständig bist. Für dich ist es der erste direkte Zugang zu dieser Förderung.
  • Wenn dein bestehender Vertrag hohe Kosten hat und über Jahre wenig daraus geworden ist.

Umgekehrt kann Riester die bessere Wahl bleiben: Wer wenig einzahlt und mehrere Kinderzulagen bekommt, erzielt über die Förderquote eine Rendite, die eine höhere Aktienquote erst einmal schlagen muss. Und fünf Jahre vor der Rente ist eine hohe Aktienquote kein Renditeversprechen, sondern ein Risiko ohne Zeit zum Aussitzen.

Was du bis 2027 sinnvoll tun kannst

  1. Vertrag und letzte Standmitteilung heraussuchen. Darin stehen Kosten, Garantiezins und der aktuelle Stand.
  2. Renteninformation danebenlegen. Ohne die gesetzliche Seite lässt sich nicht sagen, wie groß deine Rentenlücke ist.
  3. Nichts überstürzen. Wer jetzt aus Sorge kündigt, verliert Förderung für eine Entscheidung, die noch gar nicht ansteht.
  4. Rechnen lassen, dann entscheiden. Erst mit Kosten, Restlaufzeit und Förderung auf dem Tisch ist „wechseln oder bleiben“ beantwortbar.

Was ich für dich prüfe

Als unabhängiger Versicherungsmakler und Finanzberater bin ich an keine Gesellschaft gebunden und rechne mit deinen Zahlen statt mit Durchschnittswerten aus einem Onlinerechner:

  • Passt das Altersvorsorgedepot überhaupt zu dir – oder ist es das falsche Werkzeug?
  • Lohnt sich ein Wechsel, oder ist dein bestehender Vertrag günstiger?
  • Wie groß ist deine persönliche Rentenlücke – und wie schließt du sie am sinnvollsten?

Fazit

Das Altersvorsorgedepot ist kein Grund zur Panik und kein Selbstläufer. Für jüngere Sparer und Selbstständige kann es ein echter Fortschritt sein, für Familien mit Zulagen und alle kurz vor der Rente bleibt das alte System oft die bessere Rechnung.

Was du auf keinen Fall tun solltest: aus Unsicherheit kündigen. Bestandsschutz heißt, dass du Zeit hast – nutz sie, um einmal sauber nachzurechnen.

Riester-Vertrag prüfen lassen?

Ob sich ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot lohnt, entscheidet dein bestehender Vertrag – Garantiezins, Kosten und Zulagenhistorie. Trag dich hier ein, dann melde ich mich und schaue mir deinen Vertrag an.

Häufige Fragen

Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt, das ab 2027 starten soll. Es setzt statt auf eine Beitragsgarantie auf Fonds und ETFs, soll flexiblere Auszahlungen im Alter ermöglichen und erstmals auch Selbstständige direkt förderberechtigt machen.
Was passiert mit meinem bestehenden Riester-Vertrag?
Dein bestehender Vertrag genießt Bestandsschutz und kann unverändert mit den bisherigen Zulagen und Konditionen weiterlaufen. Ab 2027 kommen Optionen hinzu: die Förderung auf das neue System umstellen oder das angesparte Kapital in ein Altersvorsorgedepot übertragen, wobei die bisherige Förderung erhalten bleibt.
Sollte ich meinen Riester-Vertrag jetzt kündigen?
In den meisten Fällen nein. Bei einer Kündigung müssen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Wenn der Vertrag nicht mehr passt, sind Beitragsfreistellung oder eine Übertragung in aller Regel die besseren Wege.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Selbstständige?
Für Selbstständige ist es der erste direkte Zugang zu dieser staatlichen Förderung – bisher war Riester für sie nur mittelbar über den Ehepartner möglich. Ob es sich rechnet, hängt von Laufzeit, Einkommen und Risikobereitschaft ab.
Ist Riester für Familien mit Kindern weiterhin besser?
Das kann sein. Wer wenig einzahlt und mehrere Kinderzulagen erhält, erzielt über die Förderquote eine Rendite, die eine höhere Aktienquote erst einmal übertreffen muss. Hier lohnt der konkrete Vergleich mit den eigenen Zahlen.